South West Water (SWW), einer der führenden britischen Wasser- und Abwasserdienstleister, hat eine Kampagne gestartet, um das wachsende Problem der Fettberge anzugehen. Die Initiative ruft dazu auf, vor dem Spülen zweimal nachzudenken. Sie fällt mit Unblocktober zusammen – einer landesweiten Aktions- und Aufklärungskampagne, die jedes Jahr im Oktober stattfindet. Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie Fette, Öle, Fettablagerungen und nicht spülbarer Müll die Kanalisation und die Umwelt belasten.
Damit die Leitungen frei bleiben
Jenny Eamer, Betriebsleiterin für Abwasserdienste bei SWW, erklärt, dass alltägliche Gewohnheiten in Küche und Bad häufig die Hauptursache für Verstopfungen sind. Werden Fette, Öle und Fettreste in den Abfluss gegossen und vermischen sie sich dort mit Feuchttüchern, Hygieneartikeln oder Essensresten, härten sie zu massiven Hindernissen aus, den sogenannten Fettbergen. Diese Blockaden können Überschwemmungen, Verschmutzungen und teure Schäden an unterirdischen Leitungen verursachen.
Die SWW-Teams beseitigen jedes Jahr Tausende vermeidbarer Verstopfungen – die meisten hängen mit Tüchern und Fetten zusammen. Das Unternehmen erinnert Haushalte deshalb immer wieder daran, lediglich die „drei Ps“ – pee, poo und paper – in die Toilette zu werfen, um Gewässer zu schützen und die Umweltbelastung durch Kanalüberläufe zu verringern.
Auch Deutschland kämpft mit ähnlichen Abwasserproblemen
Auch in Deutschland stellt die Instandhaltung leistungsfähiger Kanalsysteme eine Herausforderung dar. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) legt bundesweite Standards für Abwasserbeseitigung und Gewässerschutz fest. Es verpflichtet alle Einleiter – von Privathaushalten bis zu Industriebetrieben –, sicherzustellen, dass das eingeleitete Abwasser weder die Infrastruktur noch die Wasserqualität beeinträchtigt.
Während Privathaushalte ihren Abfall verantwortungsvoll entsorgen sollen, sind Fettabscheider für gewerbliche Betriebe wie Restaurants, Hotels und Lebensmittelhersteller, die fetthaltiges Abwasser erzeugen, gesetzlich vorgeschrieben. Diese Vorgabe gilt deutschlandweit und wird durch technische Regeln für Fettabscheider konkretisiert.
In Hamburg werden die Vorgaben über das Hamburgische Abwassergesetz durchgesetzt. Zertifizierte Fachbetriebe führen Kontrollen durch, um die Einhaltung zu prüfen und so Verstopfungen vorzubeugen und das weit verzweigte Kanalnetz der Stadt zu schützen.
Fettberge sind vollständig vermeidbar. Saubere Wassersysteme hängen von unserem Verhalten ab. Lasst gebrauchtes Öl abkühlen, füllt es in einen verschlossenen Behälter und werft es in den Restmüll. Wischt fettige Pfannen mit Papier aus, bevor ihr sie abwascht. Sammelt Bratfett in Gläsern und bringt es zu eurem örtlichen Recycling- oder Wertstoffhof. Haltet Tücher, Wattestäbchen und Hygieneartikel von der Toilette fern.
Solche einfachen Maßnahmen verhindern Verstopfungen, schützen die Umwelt und sparen Tausende Euro an Reparaturkosten.